Allgemeine Tipps zu Ägypten

Viele Urlauber reisen nicht nur zum Tauchen nach Ägypten, sondern machen z.B. eine Nilkreuzfahrt oder besichtigen auf dem Landweg die vielen Altertümer in diesem geschichtsträchtigen Land. Dabei kann man eine Pauschalreise buchen oder auch auf eigene Faust Land und Leute erkunden.

Viele Pauschalreisen gehen über Kairo, dann nach Luxor auf ein Nil-Kreuzfahrtschiff und manchmal noch eine Woche Rotes Meer (je nach Lust und Laune oder Geldbeutel). Daher hier so einige Tipps zu diesen Zielen.

Reisezeit:

Die beste Reisezeit für Ägypten ist von Herbst bis Frühjahr; Ostern ist Ägypten traditionell recht gut besucht. Im Sommer ist es z.T. unerträglich heiß; obwohl die Hitze in Ägypten noch recht angenehm ist, da sehr trocken. Temperaturen von weit über 40 Grad im Schatten (den es meist nicht gibt!) sind z.B. in Luxor oder Assuan im Sommer normal. In Kairo wird der Smog ab ca. 30 Grad bei fast Windstille sehr unangenehm - es stinkt nach Schwefel.

Vorteil im Sommer: es ist bedeutend preisgünstiger (Hotels, Nilkreuzfahrten usw.), da wegen der Hitze kaum Touristen da sind. Viele Kreuzfahrtschiffe fahren dann auch nicht. So war ich mal bei einem Besuch von Kairo im Juni der einzige Besucher im Ägyptischen Museum! Ein halbes Jahr vorher kamen wir an die meisten interessanten Ausstellungsstücke vor Menschen überhaupt nicht heran...

Das Rote Meer ist inzwischen zu einem Ganzjahresziel geworden. Hier sind die heissen Temperaturen im Sommer nicht so störend - man kann sich ja durch einen Sprung ins Rote Meer abkühlen. Herbst, Winter und Frühjahr sind hier auch nicht so der Renner; kann es doch zum Teil recht stürmisch und auch etwas kühler sein. Die Sichtweiten unter Wasser sind dann entsprechend schlecht, wenn es zu sehr stürmt, fahren die Boote auch nicht raus. Die Wassertemperaturen sind auch im Frühling noch etwas gewöhnungsbedürftig, so manch einer hat sich da vertan und im März im Tropenanzug bei 20° Wassertemperatur jämmerlich gefroren... Das Meer heizt sich erst im Sommer richtig auf, hat dafür dann auch bis fast in den Winter herein Temperaturen von 25° und mehr.

Kleidung usw.:

Im Winter kann auch Kairo manchmal kühl sein;  meist aber zum Glück nicht. Gehen wir mal vom Herbst oder Frühling aus, so ist es in Ägypten doch schon recht heiß. Leichte und lockere Kleidung ist angesagt; wer Jeans liebt sollte es trotzdem mal mit einer leichten Leinenhose versuchen (wenn er die schweißnasse klebende Jeans denn auskriegt...). Hemden auch leicht und luftig und möglichst mit langen Ärmeln. Enge Kleidung schnürt zu sehr ab, der Körper muß atmen können. UNBEDINGT eine Kopfbedeckung! Bei Besichtigungen in der Wüste gibt es in der Regel keinen Schatten, der Boden ist aufgeheizt und gibt diese Hitze gerne nach oben ab (das sind wir). Trotzdem lässt es sich gut aushalten, die Hitze ist sehr trocken. Obwohl ich den ganzen Tag über mehrere Liter Wasser getrunken hatte, habe ich fast nie auf die Toilette gemusst; war auch nie verschwitzt. Es verdunstet einfach zu schnell (richtige Kleidung und das richtige Trinken vorrausgesetzt).

Für die z.T. doch etwas kühlen Abendstunden eine leichte Jacke mitnehmen.

Essen und Trinken:

In den großen internationalen Hotels und auf den Kreuzfahrtschiffen kann man getrost alles essen; ebenfalls auf bei Pauschaltouren besuchten Restaurants. Die Ägypter können es sich gar nicht erlauben, den Touristen irgendetwas vorzusetzen, was denen nicht bekommt. Dieses Land hat über 4000 Jahre! Erfahrung mit Touristen und will, daß wir wiederkommen.

Anders natürlich auf Märkten und Basaren: was da angeboten wird ist für Einheimische kein Problem, für unseren Magen aber sehr oft doch.

Die meisten Magenverstimmungen bei Touristen sind aber schlichtweg eine Erkältung!

Nie den Fehler machen und nach einer ausgedehnten Besichtigungstour sofort im Hotel oder auf dem Schiff das nächste eiskalte Getränkt herunterstürzen. Da kann man sich gleich mit dem leeren Glas in der Hand ins Bett legen (da und auf der Toilette wird man dann nämlich die nächsten Tage verbringen). Erst etwas Heißes trinken und DANACH das kalte Getränkt. Durch diesen Trick bleiben sie Gesund. Sollte man doch mal krank werden, ab in die nächste Apotheke. Es gibt einheimische Mittel, die wirken fast sofort. Jeder Reiseleiter oder Tauchlehrer kennt sich damit aus - also ruhig  fragen. So dauert eine Magenverstimmung mit dem richtigen Medikament nur einen Tag und läuft auch recht harmlos ab.

Was trinken: Wasser oder Tee. Cola und Ähnliches macht nur mehr Durst und man schwitzt erbärmlich. Es gibt in Ägypten einen herrlichen Früchtetee (Kakadeh: Malvenblütentee), den man kalt oder auch heiß trinken kann. Kostet übrigens mehr als z.B. Cola oder Wasser, ist es aber auch wert. Die besten Malvenblüten gibt es in Assuan, unbedingt welche mitbringen. Ansonsten trinken die Ägypter hauptsächlich schwarzen Tee.

NIE ! Wasser von z.B. Händlern (meist Jugendlichen) in der Nähe der Schiffe am Nil kaufen. Ich habe in Luxor beobachtet, wie Jugendliche am Anleger aus Wasserleitungen, die nicht als Trinkwasser gekennzeichnet waren, leere gebrauchte Wasserflaschen neu abgefüllt und für ein Pfund pro Flasche an Touristen verkauft haben. Die Flaschen wurden vor den Augen der Touristen "aufgemacht" und überreicht. Die Leute haben dabei meist nicht bemerkt, dass diese Flaschen vorher schon geöffnet waren. Das ist pures Gift für westliche Mägen.

Auch das Trinkwasser in Ägypten ist selbst für Einheimische zu unterschiedlich; ein Bewohner Kairos verträgt zwar das Leitungswasser in Kairo, wird aber in Luxor oder Assuan von dem Leitungswasser vielleicht selber krank! Für uns Europäer ist Leitungswasser dort generell ein Risiko und sollte unbedingt vermieden werden. Zum Zähneputzen kauft man sich am besten bei dem nächsten Supermarkt oder Straßenhändler Originalflaschen! Mineralwasser ohne Kohlensäure - überhaupt sollte man solche Flaschen bei der Hitze immer mit sich führen. .

Verständigung:

Als Pauschalreisender auf einer Rundreise erhält man eine deutschsprachige Reiseleitung. Das ist nicht unbedingt eine Leistung ihres Reiseveranstalters - obwohl die es immer wieder gerne behaupten - sondern schlichtweg in Ägypten vom Staat verordnet. Die ägyptischen Reiseführer müssen alle ein paar Semester Ägyptologie studiert haben und die Sprache der zu betreuenden Touristen sprechen. Entsprechend hoch ist das Fachwissen und man kann von diesen Leuten bei Besichtigungstouren eine Menge lernen. Bei vielen Reiseveranstaltern ist meist noch ein(e) Ägypter(in) dabei; für den organisatorischen Ablauf (Tickets besorgen usw.). Ebenfalls Deutschsprachig.

Als Individualreisender ist gutes Englisch ein Muß. Das geht schon auf dem Flughafen los wenn sie ihr Visum selbst besorgen müssen und endet noch längst nicht im Hotel beim Bestellen des Abendmenüs... Englisch kann in Ägypten so gut wie jeder, damit gibt es normalerweise keine Probleme.

Hotels:

Bei den Hotels sollte man sich auf große Namen verlassen; Hilton, Sheraton oder Mövenpick haben weltweit einen eigenen, sehr guten Standard und weichen auch in Ägypten nicht davon ab. Ich habe in Kairo im Carlton Hilton sowie auch im Sheraton Heliopolis (nähe Flughafen) gewohnt, beide sind sehr gut und unbedingt zu empfehlen. Man muss aber zwischen "Hotel" und "Resort"  unterscheiden. Resorts sind Ferienanlagen, entweder in Hotelform oder als Bungalowsiedlungen. Sie werden zwar auch von renommierten Hotelketten angeboten, unterscheiden sich aber oft im Standard von den reinen Hotels dieser Konzerne; oft reine Massenabfertigung im gehobenen Stil.

Leider nicht mehr so gut sind die vielen Touristenhotels in Städten wie z.B. Hurghada und Sharm-el-Sheikh. Zum Teil heruntergewirtschaftet durch Billigtourismus aus Osteuropa, sind diese Orte mit ihren Hotels nicht mehr zu empfehlen. Leider weiss man im Voraus nie, ob das gewünschte Hotel inzwischen davon betroffen ist - dafür gibt es im Internet aber entsprechende Informationen. Auf die großen Reiseveranstalter kann man sich da nicht verlassen, die wollen in erster Linie ihre Hotelplätze verkaufen und reagieren meist erst sehr spät auf irgendwelche Mißstände.

Verkehrsmittel:

Taxi, Taxi, Taxi

Es mag zwar für den Einen oder Anderen spannend sein sich in einem fremden Land ein Busticket zu kaufen und auch die richtige Buslinie zu erwischen, einfacher und relaxter geht es aber immer mit dem Taxi. Etwas Englisch sollte man können, man muß nämlich vor Antritt der Fahrt den Fahrpreis aushandeln; und zwar komplett! Einige Fahrer versuchen den alten Trick: ok, 20 Pfund zum Hotel, mach ich. Dort angekommen erzählt er dann noch etwas von Steuern, Trinkgeld oder sonstigen Aufschlägen, die hier immer dazu kommen und verlangt unter viel Trara mehr; inzwischen nähern sich gleich auch ein paar neugierige Kollegen in bedrohlicher Haltung. Keine Angst, die tun nichts; Ägypter lieben die Show. Hart bleiben, schließlich war der Komplettpreis! vorher klar abgesprochen (wenn nicht hat der Fahrer recht!). Und das Geld wenn es geht immer passend zur Hand haben. Bei Fahrten zu den besseren Hotels gibt es die wenigsten Probleme; zur Not den Hotelportier um Vermittlung bitten. Die Hotels mögen keinen Ärger vor ihrer Haustür und der Gast hat immer Recht... (aber bitte nicht ausnutzen, Taxifahrer wollen auch leben).

Bei den niedrigen Taxenpreisen lohnt sich ein Leihwagen normalerweise nicht. Auch ist der Verkehr sehr gewöhnungsbedürftig, haben doch Verkehrsregeln nur unterhaltenden Charakter... Ich bin in Kairo mit dem Auto gefahren, das war recht spannend. Es läuft zwar total chaotisch ab, andererseits aber auch sehr fair. Das wichtigste Instrument nach der Hupe ist der Blinker: Spurwechsel - einfach blinken und rüber. Andersherum muss man auf Blinker achten und den anderen Fahrer reinlassen (man hat ehrlich gesagt auch  keine andere Wahl, der fährt einfach drauflos). Dieses System ist aber einfach und effektiv; anders ist dieser mörderische Verkehr auch nicht zu bewältigen. Unsere deutschen Blinkmuffel und Oberlehrer am Steuer werden da allerdings nicht alt...

Für weite Strecken entweder einen Inlandsflug buchen oder z.B. mit der Bahn entlang des Nils. Mit dem Auto durch das Land reisen geht auch, nur sollte man hier immer im Konvoi fahren. Bei Leihwagen die Vermietung nach dem nächsten Konvoi-Treffpunkt fragen (oder den nächsten Polizisten, laufen genug von rum). Es gehen täglich von allen größeren Orten Konvois überall hin. Man wartet z.B. auf dem Parkplatz der Polizeistation auf die Abfahrt - vorher Anmelden und bezahlen nicht vergessen, in Ägypten ist nichts umsonst. Irgendwann fährt der Konvoi dann ab, ein Militärjeep vorneweg und alle hinterher. Als Rückendeckung gibt es wieder einen Militärjeep.

So eine Überlandfahrt lohnt nicht wirklich, auch wer die Wüste mag, ist schnell der Einöde überdrüssig; die Fahrt ist schlicht langweilig.

Besichtigungen

Einige Ziele sollte man unbedingt einmal besuchen: 

 

die Pyramiden von Gizeh, den Tempel von Karnak, Abu Simbel, das Tal der Könige mit seinen Gräbern. Dazu Kairo mit seinen Moscheen und Märkten, Luxor und Assuan sowie den großen Assuan-Staudamm.  

Als Pauschalreisender kann man diese Ziele gleich in Deutschland mitbuchen. Für Individualisten ist es aber vor Ort auch kein Problem. Es gibt überall Kassenhäuschen, die Öffnungszeiten sind in jedem Hotel bekannt. In Kairo handelt man mit einem Taxifahrer den Preis für eine Tagestour zu den Pyramiden aus (meist so um die $25.-) und fährt los. Vor der Einfahrt in Gizeh wollen einen viele Taxifahrer zu einem Kamelritt zu den Pyramiden überreden - wer´s mag kann das mitmachen, kostet aber extra an die Kameltruppe. Der Fahrer wartet dann bei den Pyramiden. 

Auf der Rückfahrt wird sehr gerne die Papyrusfabrik "eines entfernten Verwandten" besucht - mit Verkaufsveranstaltung.

Am besten vorher abklären z.B.: no camelride, no papyrus-factory - only pyramides

 

Die Pyramiden kosten übrigens Eintritt, ist an der Einfahrt zum Gelände in einer kleinen Bude für den Wagen + Fahrer/Fahrgast zu bezahlen. Kostet nicht viel, sollte man komplett übernehmen. Ist übrigens bei den meisten Sehenswürdigkeiten so, wo man mit dem Auto hinfährt.

 

Bei allen Besichtigungen, die z.B. in Gräber oder Höhlen führen am besten eine kleine Taschenlampe mitnehmen. Wenn in 20m Tiefe in einem Königsgrab der Strom ausfällt, weiss man, warum...und das passiert öfters.

 

Die große Pyramide kann auch von Innen besichtigt werden. Dazu vorher bei der Zufahrt zum Parkplatz das Ticket kaufen - nicht in der Bude an der Pyramide, die entwerten nur und schicken einen gnadenlos in der Hitze zurück. Die Anzahl der Besucher pro Tag ist allerdings beschränkt, um die Pyramide vor zu hoher Luftfeuchtigkeit zu schützen. Lohnt sich übrigens nicht wirklich, es ist eng und heiss und zu sehen gibt es fast nichts ausser nackten Wänden und einer leeren Grabkammer.

 

Bedeutend lohnender ist da in Luxor der Tempel bei Nacht sowie in Gizeh die Pyramiden bei Nacht. Das lohnt sich auf alle Fälle. Angeboten werden diese Events in verschiedenen Sprachen an verschiedenen Tagen - also im Hotel erkundigen, wann z.B. der "deutsche" Tag ist. 

Und immer eine große Flasche Wasser dabei haben...

Händler

Ägypter sind die klassischen Händler überhaupt und haben gerade im Tourismus über 4000 Jahre Erfahrung! Sie sind aber leider meist für uns zu aufdringlich, man hat auf den Basaren kaum  eine Chance, sich etwas in Ruhe anzusehen. Die genannten Preise gerade vor Touristenattraktionen und auf reinen Touristenmärkten (in Kairo z.B. der Khan el Khalili) sind weit überhöht. Handelt man dann den Preis um z.B. 50% herunter, freuen sich beide - der Tourist über das vermeintliche Schnäppchen und der Händler über den dummen Touristen...es ist durchaus möglich, Preise bis auf 10% des ursprünglich verlangten zu drücken; 30% sind aber für beide Seiten ein guter Kompromiss und machen nicht soviel Stress.

Leider machen sich die Ägypter durch ihre penetrante aufdringliche Art bei vielen Europäern auch das Geschäft kaputt - wenn man wirklich etwas kaufen möchte und, wie bei uns üblich, vorher in Ruhe ansehen will, klappt das meist nicht. Die Händler schaffen es einfach nicht, sich auf die verschiedenen Kaufverhalten einzustellen, also kauft man teilweise die Sachen dann überhaupt nicht oder teuer in einem normalen Ladengeschäft bei festen Preisen wie bei uns. Eine Ausnahme ist da der tiefe Süden z.B. in Assuan. Hier kann man fast unbehelligt über den Markt  bummeln; hier macht sich der Einfluß der Sudanesen bemerkbar. Die sind einfach anders drauf.

 

Trotzdem gehört ein Gang über einen Markt oder durch einen Souk (Marktviertel) unbedingt dazu - es ist einfach sehr spannend und unterhaltsam.  Das meist gebrauchte Wort dabei ist "no", damit wehrt man sich gegen die vielen Händler, die einem überall alles total günstig verkaufen wollen...

 

Sicherheit

 

Gerade wegen der heutzutage recht häufigen terroristischen Anschläge auch auf Touristenziele spielt natürlich die Frage nach der Sicherheit in einem Land eine große Rolle.

 

Leider gibt es keinen ausreichenden Schutz vor irgendwelchen Anschlägen - weder in Ägypten noch sonstwo auf der Welt.

 

Allerdings ist die Gefahr recht gering und wird durch die Berichte der allgegenwärtigen Medien doch häufig überschätzt bzw. überdramatisiert. Bei Millionen von Touristen alleine aus Deutschland - und andere westliche Länder sind auch sehr reisefreudig - ist die Gefahr, bei einem Attentat wie zuletzt in Sharm-el-Sheikh direkt betroffen zu sein, sehr klein. Trotzdem ist diese Gefahr vorhanden und etwas aufpassen sollte man schon.

 

Speziell in Ägypten sind die Sicherheitsvorkehrungen zwar sichtbar vorhanden, werden aber oft nur lasch gehandhabt. So hat fast jedes Hotel im Eingangsbereich Security Personal und einen Metalldetektor in Form eines Torbogens - aber wenn man dort durchgeht und das Gerät schlägt Alarm, interessiert das niemanden so richtig. Zu groß ist der Respekt und die Angst, den zahlungskräftigen Touristen zu verärgern - schließlich soll er ja wiederkommen. Also wird er lächelnd durchgelassen. Zwar wird ein westlicher Tourist wohl kaum als Selbstmordattentäter sein Hotel in die Luft sprengen, aber diese Sorglosigkeit bei Eingangskontrollen gilt für jeden, der da kommt.

 

Die Zufahrten zu den Hotels sowie die Zufahrt in ein ganzen Gebiet mit Hotels/Resorts führt immer durch Kontrollposten mit Holperschwellen, Panzersperren und Schlagbäumen. Hier kann zumindest niemand so einfach ein Auto mitten in das Hotel fahren und dort sprengen. Die betroffenen Hotels hatten bisher alle diese Sicherung nicht, da sie mitten in der Stadt an einer Strasse lagen.

 

Bei Fahrten über Land gibt es laufend Kontrollposten. Dort sind Panzersperren zu umfahren und Holperschwellen. Daneben in einem Hochstand ein MG-Posten. Sieht martialisch aus, aber in der Regel wird man kurz angeschaut und durchgelassen. Kaum ein Terrorist wird dort vorbeifahren, die nehmen Nebenstrassen ohne Kontrollposten...

 

Auf der einen Seite hat man also eine etwas lasche Sicherheit, aber wenn jemand etwas Böses plant, kann man das so oder so nicht verhindert. Auf der anderen Seite die schon fast hysterische "Sicherheit" a la USA - auch die schützt nicht wirklich, drangsaliert aber nur das eigene Volk und seine friedlichen Besucher. Überhaupt nicht in Urlaub fahren/fliegen klappt auch nicht - der Terrorismus kommt inzwischen zu uns; wir können ihm nicht mehr entgehen. Also warum nicht zum Tauchen an´s Rote Meer?

 

Was kann man tun:

 

Man kann als Tourist bei der Buchung nachfragen, ob das Hotel/Resort ungeschützt an einer Hauptstrasse liegt oder in einer geschützten Anlage - dort ist es sicherer. So liegen viele Hotels auch in Hurghada direkt ebenerdig an der Hauptstrasse - da fährt jeder mit dem Auto oder Motorad locker rein...

Anlagen etwas weiter draußen sind zwar auch nicht unbedingt geschützt (z.B. Lotus Bay, Safaga und umliegende Resorts) - hier sehe ich aber kein großes Interesse für einen potentiellen Terroristen. Tagsüber sind die meisten nicht da (Tauchen etc.) und Nachts sind die Leute weit verstreut in den doch recht großflächigen Anlagen untergebracht. Da lohnt sich so ein reines Stadthotel doch eher.

Auch recht gut sind da Anlagen wie El Ghouna abgesichert. Das ganze Dorf selber ist nur über ein paar Einfahrtstrassen zu erreichen, die alle mit Kontrollposten abgesichert sind. Zusätzlich hat jedes Hotel/Resort noch extra Kontrollposten. Die Eingänge liegen meist auch nicht ebenerdig, das macht sie Sache schon etwas sicherer.

 

Strassencafe´s sind auch ein beliebtes Ziel für Autobomben oder Amokläufer. Also lieber ein Cafe, wo man zwar draußen sitzen kann, aber nicht zur Strasse hin.

 

Einkaufspassagen meiden, die nur einen Ein- Ausgang haben - so ein paar Seiten- oder Hinterausgänge sind da recht hilfreich und beruhigend.

 

Und vor allem - nicht den Urlaub vermiesen lassen, in dem man immer mit der Angst im Nacken herumläuft, es könne einem etwas passieren. Die Gefahr, in einen Anschlag zu geraten ist bedeutend kleiner als sechs Richtige im Lotto und wann hatten Sie zuletzt 6 Richtige?